Hier ist dein Platz, um den Angehörigen dein Beileid zu bekunden, deiner eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen oder ihr einige letzte Worte des Abschieds mitzugeben.
Die Trauerfeier war Sonntag, 18. Juli 2021, um 12 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof HH-Ohlsdorf, Ilandkoppel 68 in Hamburg-Ohlsdorf.
Liebe Esther, häufig sind wir uns in Hamburg begegnet, zu selten haben wir uns zu zweit unterhalten - dies begann erst vor etwa einem halben Jahr, als wir anlässlich der Debatte um die Bornplatzsynagoge sprachen. Seitdem durfte ich Deine Offenheit, Engagement, Diskutierfreude, Lebenslust und Deine humorvolle (und wo nötig auch strenge) Entschiedenheit ganz neu schätzen lernen. Zuletzt sprachen wir, als Ihr im Mai mit Microphone Mafia in Neuendorf a.S. ein Konzert gabst und Du aus Deinen Erinnerungen an die dortige Hachschara-Zeit, die in Zwangsarbeit überging, berichtet hast. Ihr hattet an dem Tag Stunden im Stau gestanden - und doch wirktest Du (von der Kälte abgesehen), als wolltest Du noch stundenlang weiter singen, berichten, die Menge der Dich umgebenden jungen Menschen genießen und zugleich aufrütteln. Auf meine Frage, ob Ihr etwa später wieder zurück fahren wolltet, hast Du - ganz die fürsorgliche Mutter und Savta (die "Eingeenkelten" sollen ja nicht vergessen werden!) - geantwortet: "Das kann ich doch Joram nicht zumuten". Und nun, wo es endlich geglückt schien, einen ähnlich hochbetagten ehemaligen Soldaten der Roten Armee zu finden, um gemeinsam mit einem ex-GI am kommenden 3. Mai Deinen 77. "2. Geburtstag" zu feiern, müssen wir dies ohne Dich tun – und vielleicht fahren wir mit einigen WeggefährtInnen dafür nach Lübz! Du hast viele politische Seelenverwandte, die - das war auf Deiner Beerdigung eindrucksvoll zu spüren - Deine Anliegen als unser aller Anliegen begreifen und weitertragen werden. Und dass wir Beide uns jahrelang kannten, aber erst so spät im Zweiergespräch kennenlernten, scheint mir fast typisch: Du hattest auch beim letzten Geleit viele Menschen um Dich. Und so möchte ich vor allem Deiner Familie, Joram und Edna und allen Nachkommen, sowie Deiner Wahlfamilie mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Euch und Ihnen wünsche ich die notwendige Ruhe für die Trauer, möge sie von den Erinnerungen... Weiterlesen
Liebe Esther,
häufig sind wir uns in Hamburg begegnet, zu selten haben wir uns zu zweit unterhalten - dies begann erst vor etwa einem halben Jahr, als wir anlässlich der Debatte um die Bornplatzsynagoge sprachen. Seitdem durfte ich Deine Offenheit, Engagement, Diskutierfreude, Lebenslust und Deine humorvolle (und wo nötig auch strenge) Entschiedenheit ganz neu schätzen lernen. Zuletzt sprachen wir, als Ihr im Mai mit Microphone Mafia in Neuendorf a.S. ein Konzert gabst und Du aus Deinen Erinnerungen an die dortige Hachschara-Zeit, die in Zwangsarbeit überging, berichtet hast. Ihr hattet an dem Tag Stunden im Stau gestanden - und doch wirktest Du (von der Kälte abgesehen), als wolltest Du noch stundenlang weiter singen, berichten, die Menge der Dich umgebenden jungen Menschen genießen und zugleich aufrütteln. Auf meine Frage, ob Ihr etwa später wieder zurück fahren wolltet, hast Du - ganz die fürsorgliche Mutter und Savta (die "Eingeenkelten" sollen ja nicht vergessen werden!) - geantwortet: "Das kann ich doch Joram nicht zumuten".
Und nun, wo es endlich geglückt schien, einen ähnlich hochbetagten ehemaligen Soldaten der Roten Armee zu finden, um gemeinsam mit einem ex-GI am kommenden 3. Mai Deinen 77. "2. Geburtstag" zu feiern, müssen wir dies ohne Dich tun – und vielleicht fahren wir mit einigen WeggefährtInnen dafür nach Lübz!
Du hast viele politische Seelenverwandte, die - das war auf Deiner Beerdigung eindrucksvoll zu spüren - Deine Anliegen als unser aller Anliegen begreifen und weitertragen werden. Und dass wir Beide uns jahrelang kannten, aber erst so spät im Zweiergespräch kennenlernten, scheint mir fast typisch: Du hattest auch beim letzten Geleit viele Menschen um Dich.
Und so möchte ich vor allem Deiner Familie, Joram und Edna und allen Nachkommen, sowie Deiner Wahlfamilie mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Euch und Ihnen wünsche ich die notwendige Ruhe für die Trauer, möge sie von den Erinnerungen an eine so lebensbejahende Frau getragen sein.... Einklappen
häufig sind wir uns in Hamburg begegnet, zu selten haben wir uns zu zweit unterhalten - dies begann erst vor etwa einem halben Jahr, als wir anlässlich der Debatte um die Bornplatzsynagoge sprachen. Seitdem durfte ich Deine Offenheit, Engagement, Diskutierfreude, Lebenslust und Deine humorvolle (und wo nötig auch strenge) Entschiedenheit ganz neu schätzen lernen. Zuletzt sprachen wir, als Ihr im Mai mit Microphone Mafia in Neuendorf a.S. ein Konzert gabst und Du aus Deinen Erinnerungen an die dortige Hachschara-Zeit, die in Zwangsarbeit überging, berichtet hast. Ihr hattet an dem Tag Stunden im Stau gestanden - und doch wirktest Du (von der Kälte abgesehen), als wolltest Du noch stundenlang weiter singen, berichten, die Menge der Dich umgebenden jungen Menschen genießen und zugleich aufrütteln. Auf meine Frage, ob Ihr etwa später wieder zurück fahren wolltet, hast Du - ganz die fürsorgliche Mutter und Savta (die "Eingeenkelten" sollen ja nicht vergessen werden!) - geantwortet: "Das kann ich doch Joram nicht zumuten".
Und nun, wo es endlich geglückt schien, einen ähnlich hochbetagten ehemaligen Soldaten der Roten Armee zu finden, um gemeinsam mit einem ex-GI am kommenden 3. Mai Deinen 77. "2. Geburtstag" zu feiern, müssen wir dies ohne Dich tun – und vielleicht fahren wir mit einigen WeggefährtInnen dafür nach Lübz!
Du hast viele politische Seelenverwandte, die - das war auf Deiner Beerdigung eindrucksvoll zu spüren - Deine Anliegen als unser aller Anliegen begreifen und weitertragen werden. Und dass wir Beide uns jahrelang kannten, aber erst so spät im Zweiergespräch kennenlernten, scheint mir fast typisch: Du hattest auch beim letzten Geleit viele Menschen um Dich.
Und so möchte ich vor allem Deiner Familie, Joram und Edna und allen Nachkommen, sowie Deiner Wahlfamilie mein aufrichtiges Beileid aussprechen. Euch und Ihnen wünsche ich die notwendige Ruhe für die Trauer, möge sie von den Erinnerungen an eine so lebensbejahende Frau getragen sein.... Einklappen
