Gemeinsame Erklärung zum Verfahren um das Dokumentationszentrum Hannoverscher Bahnhof: das Auschwitz-Komitee, die Rom und Cinti Union Hamburg und der Landesverein der Sinti in Hamburg mahnen.
denk.mal
Die Last der Verantwortung
Es ist nicht nur der Rost auf den alten Bahngleisen, um den es hier geht. Wir fragen uns: Sind die Debatten um Erinnerung – und Verantwortung – und Zukunft der vergangenen Jahrzehnte wirklich gründlich und ernsthaft genug geführt worden?
Gedenken am Gedenkort Hannoverscher Bahnhof
Am 16. Mai jährte sich der Tag der Deportation der Roma und Sinti nach Belzec zum 81. Mal. Daran erinnerten der Landesverein der Sinti in Hamburg, die Rom und Cinti Union und Freunde am denk.mal Hannoverscher Bahnhof. Die Einschränkungen durch Corona erlaubten nur ein sehr kurzes Gedenken. Die Erinnerung an die ermordeten Roma und Sinti…
Erklärung: Die Wahrnehmung der Opfer
Die Entwicklung der Mietverhältnisse am denk.mal Hannoverscher Bahnhof in Hamburg hat auch beim Auschwitz-Komitee Bestürzung ausgelöst. Unter einem Dach mit diesem Gedenkort sollte keine Firma mit NS-Belastung untergebracht werden. In unserer Erklärung haben wir unsere Argumente gegen eine solche Nachbarschaft zusammengefasst. Wir hoffen, so Bewegung in die verfahrene Angelegenheit zu bringen. Frieda Larsen, die für das Auschwitz-Komitee langjähriges Mitglied der Expertenrunde ist, macht ihrer Empörung deutlich Luft: „Wir fühlen uns über den Tisch gezogen, uns wurde ein von uns bestimmtes Dokumentationszentrum versprochen und jetzt sollen wir Kompromisse mit einer Firma mit so einer Vergangenheit eingehen: Nein!“
Hamburg muss standhaft bleiben und auf Einhaltung der vertraglich vereinbarten Absprachen mit dem Vermieter bestehen!

