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Die Last der Verantwortung und die Zeit der Unzumutbarkeiten

Erstellt am 13. April 202622. Juni 2026 von Auschwitz-Komitee

Stellungnahme von Helga Obens, Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e. V. zum Stillstand in der Realisierung des Dokumentationszentrums denk.mal Hannoverscher Bahnhof

„Wird das Denkmal geachtet werden?“, sorgte sich im Mai 2017 Lucille Eichengreen bei der Einweihung des Gedenkortes. Ihre Familie war vom Hannoverschen Bahnhof in den Tod deportiert worden. Sie kann das nicht mehr überprüfen: Im Februar 2020 ist sie verstorben.

Sind der Betroffenen vergessen worden? Wer sind wir, dass wir uns über ihre Wünsche und Gefühle hinwegsetzen?

Esther Bejarano, Überlebende der KZ Auschwitz und Ravensbrück, begegnete zufällig dem Investor und Vermieter am 14. April 2021 vor dem denk.mal Hannoverscher Bahnhof.

„Wir können uns nicht damit abfinden!“ appellierte sie und sagte weiter zu ihm: „Sie haben die Möglichkeit, Sie können das ändern. Sie müssen das ändern.“ Haben Sie den Mut. Wagen Sie diesen Schritt!“ (Textauszug aus einer Stellungnahme des Auschwitz-Komitees vom 22. Mai 2021)

Seit 23 Jahren fordern und unterstützen wir einen Gedenkort zur Erinnerung an die Deportationen durch verschiedene Aktionen.

Hoffnungen der wenigen Überlebenden von Shoah und Porajmos auf diesen Gedenkort und öffentliche Wahrnehmung ihres Leids wurden bestärkt durch Masterpläne, die eine Fertigstellung des Dokumentationszentrums 2012/2013 anpeilten. Im Mai 2017 wurde zunächst der Gedenkort am Bahnsteig 2 eingeweiht, die Fuge. Die Namen von mehr als 8000 über hier aus Hamburg deportierten Jüdinnen und Juden, Sintizze und Sinti, Romnjia und Roma wurden sichtbar gemacht. Doch wo bleibt das Dokumentationszentrum, das in Private Public Partnership geplant wird?

Gemeinsame Spatenstiche im Jahr 2020, Irritationen 2021 durch Auswahl ausgerechnet eines NS-belasteten Unternehmens im geplanten Haus unter einem Dach mit dem Dokumentationszentrum, neue Pläne 2022, „ein Herzenswunsch […] einen Lernort für künftige Generationen zu schaffen“, Schenkungsverträge, Bauanträge und ein Fertigstellungsziel für das Jahr 2026. Wir sagen: Verträge abzuschließen, bedeutet Verantwortung zu übernehmen auch für die Gefühle, die Trauer, die Sorgen, die Traumata der Überlebenden und ihrer Angehörigen.

Die wenigen Überlebenden der Deportationen – die letzten haben mehr als 80 Jahre auf diesen Gedenkort und diese Geste ihrer Stadt gewartet – und sind fast alle darüber verstorben. Und nur Pläne sind geblieben. Das Dokumentationszentrum zum Gedenkort als Luftnummer? Schluss mit den Unzumutbarkeiten!

Einfach machen! Bauen! Jetzt!

Hamburg, 13. April 2026

Helga Obens, Beirat im Auschwitz-Komitee,
langjährige Stellvertreterin von Esther Bejarano im Vorstand des Auschwitz-Komitees

Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als dass die Erfahrung meiner Generation in Vergessenheit gerät. Dann wären alle Opfer des Faschismus und des Krieges, alles, was wir erlitten haben, umsonst gewesen. Aber ihr seid da. Wir bauen auf euch. Ich vertraue euch, liebe Freundinnen und Freunde! Eine bessere Welt ist möglich.

Esther Bejarano - 6. September 2019

Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.

Esther Bejarano

Das Haus brennt – und Sie sperren die Feuerwehr aus.

Esther Bejarano - 25. November 2019

Wer gegen Nazis kämpft, kann sich auf den Staat nicht verlassen.

Esther Bejarano - 17. November 2015

Wir können froh sein, dass wir eine Antifa haben.

Esther Bejarano - 16. Dezember 2019

Um den Antisemitismus zu stoppen, müssen wir neue Wege gehen und immer und immer wieder miteinander reden, über alles nachdenken und richtig miteinander reden über das, was wir erreichen wollen.

Peggy Parnass - 10. Januar 2021

Den Faschismus an seiner Wurzel zu packen, ganz frei und offen die Probleme anzusprechen, und dennoch voller Respekt vor der Würde und Freiheit der Anderen – das ist eine der großen Aufgaben, an denen die Gesellschaft auf Gedeih und Verderb nicht scheitern darf.

Esther Bejarano - 24. Januar 2021

Solidarisch gegen den Hass. Wir sagen: Wir sind nicht allein. Wir sind viele. Macht mit, denn wer schweigt, stimmt zu! Wegsehen ändert nichts. Schaut hin – handelt!

Esther Bejarano - 5. Februar 2017

Am 8. Mai wäre dann Gelegenheit, über die großen Hoffnungen der Menschheit nachzudenken: über Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – und Schwesterlichkeit.

Esther Bejarano - 26. Januar 2020

Der 8. Mai ist ein Tag der Hoffnung, ein Tag des Nachdenkens!

Esther Bejarano - 26. Januar 2020

Der 8. Mai muss ein Feiertag werden. Arbeiten wir daran!

Esther Bejarano - 3. Mai 2021

"Erinnern heißt handeln" bedeutet für mich, für uns, heute aktiv zu sein, uns mit den Verhältnissen auseinanderzusetzen, bevor es wieder zu spät ist für eine Gegenwehr gegen rechts.

Esther Bejarano - 3. Januar 2019

Ich habe versprochen:
Ich werde mein ganzes Leben dafür kämpfen, dass es keine Faschisten, keine Nazis mehr gibt. Nirgendwo.

Esther Bejarano

Bitte, bitte schweigt nicht, wenn ihr Unrecht seht.
Seid solidarisch! Helft einander! Achtet auf die Schwächsten!
Bleibt mutig! Ich vertraue auf die Jugend, ich vertraue auf euch!
Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

Esther Bejarano - 3. Mai 2021

Aus der Erfahrung unseres Lebens sagen wir:
Nie mehr schweigen, wegsehen wie und wo auch immer Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Ausländerfeindlichkeit hervortreten!
Erinnern heißt handeln!

Esther Bejarano

Ich kann mir nichts Schlimmeres vorstellen, als dass die Erfahrung meiner Generation in Vergessenheit gerät. Dann wären alle Opfer des Faschismus und des Krieges, alles, was wir erlitten haben, umsonst gewesen.
Aber ihr seid da. Wir bauen auf euch. Ich vertraue euch, liebe Freundinnen und Freunde! Eine bessere Welt ist möglich!

Esther Bejarano - 6. September 2019

Ich appelliere an alle Menschen:
Bitte, bitte schweigt nicht
wenn ihr Unrecht seht.

Esther Bejarano

Ich werd’ so lange singen, bis es keine Nazis mehr auf der Welt gibt.

Esther Bejarano

Marathonlesung aus den verbrannten Büchern

Lesezeichen setzen (Logo)

Donnerstag, 21. Mai 2026, 11 – 18 Uhr

Zum 26. Mal gibt es eine Marathonlesung anlässlich des Gedenkens an die Verbrennung von Büchern am Kaifu-Ufer – genau an dem Ort, wo im Mai 1933 NS-Studentenorganisationen und Burschenschaftler Bücher verbrannten.

Weitere Informationen: lesezeichen-setzen.de

Gedenken und Erinnern beginnt in unserer Nachbarschaft

Steffi Wittenberg

Zum 13. Monat des Gedenkens in Hamburg-Eimsbüttel

Gedenken als Erinnerung für eine Zukunft, die ein Leben in Menschenwürde garantiert. Steffi Wittenberg
Vom 20. April bis 14. Juni 2026

Weitere Informationen: gedenken-eimsbuettel.de

Zum Nachlesen

  • Der Stutthof-Prozess

Seiten

  • Benennung des Saales im Stavenhagenhaus nach Esther Bejarano (1924-2021), Überlebende der KZ Auschwitz und Ravensbrück
  • Frieden jetzt!
  • Gedenkseite für Esther Bejarano
  • Im Wortlaut: „Vermächtnis der Überlebenden“
  • Vielen Dank allen Unterstützer*Innen
  • Zur Arbeit des Auschwitz-Komitees in der BRD e.V.

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